Herz Jesu Notfonds unterstützt Ausbildung eines Diabetikerwarnhundes

VAHRN – Im November 2016 erhielt Familie Mairhofer aus Vahrn die Diagnose, dass ihr jüngster Sohn Jonas, damals knapp drei Jahre alt, an Diabetes Typ-I erkrankt war. Von einem Tag auf den anderen wurde das bis dahin ganz normale Familienleben der fünfköpfigen Familie Mairhofer auf den Kopf gestellt. Der Diabetes Typ 1 ist eine Erkrankung des Zuckerstoffwechsels, die auf eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse zurückzuführen ist. Körpereigene Antikörper (Autoantikörper) zerstören dabei die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse, sodass zu wenig oder gar kein Insulin mehr gebildet wird. Menschen mit Diabetes Typ 1 müssen lebenslang Insulin spritzen, um ihren Blutzuckerspiegel zu senken.

Zum alltäglichen Tagesablauf mit einem dreijährigen Kind kommen seither die kontinuierliche Überwachung von Jonasʹ Blutzuckerspiegel, die genaue Berechnung des Insulinbedarfes für jedes Essen, der Wechsel von Sensor und Set sowie Dokumentation, Insulinanpassungen und Arzttermine dazu. Als größte Herausforderung stellt sich für die Eltern Günther und Luzia Mairhofer aber die ständige Rufbereitschaft heraus. Sie müssen zu jedem Zeitpunkt erreichbar sein, wenn Jonas sich nicht unter ihrer direkten Aufsicht befindet. Ein Elternteil sollte zusätzlich in unmittelbarer Umgebung sein, so dass er bei Bedarf in kurzer Zeit bei Jonas sein kann.

Vor einiger Zeit hörte Familie Mairhofer von der Möglichkeit, einen Hund als sogenannten „Diabeteswarnhund“ ausbilden zu lassen. Ein solcher Assistenzhund bedeutet im Alltag eine zusätzliche Sicherheit und Unterstützung im Diabetes-Management. Der Hund lernt Unter- und Überzuckerungen frühzeitig anzuzeigen und dies dem Diabetiker oder einer anderen Person zu melden. Ein Diabeteswarnhunds kann in folgenden Aufgaben ausgebildet werden:

  • Anzeigen von beginnender Hypoglykämie (<70mg/dl)
  • Anzeigen von beginnender Hyperglykämie (individuell, meist ab 180mg/dl)
  • Apportieren von Blutzuckermessgeräten, Insulin, Hypokit/Notfallspritze und Traubenzucker oder anderen notwendigen Lebensmitteln
  • Betätigen eines Notfallschalters zum Hilfeholen
  • Im Notfall Hilfe holen: so lange beharrlich anzeigen, bis Hilfe kommt
  • Sicherheit vermitteln

Ein Diabetikerwarnhund verhindert nicht nur starke Unterzuckerungen, sondern kann auch die Langzeitwerte stabilisieren. Zusätzlich haben die Hunde auch einen großen therapeutischen Wert. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass schon alleine die bloße Anwesenheit eines Hundes eine beruhigende Wirkung auf Menschen hat. Er soll ein Freund und täglicher Gefährte vor allem für den Diabetiker, aber auch für die restliche Familie werden.

Mit Christian Romen, einem ausgebildeten Hundetrainer aus Eppan, hat Familie Mairhofer schließlich den richtigen Fachmann gefunden. Bevor der Entschluss gefasst wurde, einen Hund anzuschaffen, ließen sie sich von Herrn Romen ausführlich beraten. Die Ausbildung eines Diabeteswarnhundes ist aber nicht nur sehr zeit-, sondern auch kostenintensiv.

Im November 2017 kam schließlich der Labradorwelpe Lina als neues Familienmitglied ins Haus Mairhofer. Ein- bis zweimal wöchentlich wird Lina seither von Hundetrainer Christian Romen gemeinsam mit der Familie trainiert. In ca. 1,5 Jahren soll Lina ein ausgebildeter Diabetikerwarnhund sein und Jonas und seiner Familie helfen, auch mit Diabetes ein möglichst „normales“ Leben zu führen.

Der Vorstand des Herz Jesu Notfonds hatte unlängst beschlossen, sich mit einem finanziellen Beitrag an der Ausbildung zu beteiligen. Günther Mairhofer ist bereits seit 24 Jahren Mitglied der Schützenkompanie Vahrn und seit mittlerweile sieben Jahren Schriftleiter der Tiroler Schützenzeitung. Auch die beiden älteren Söhne Michael und Elias sind nun seit zwei Jahren Mitglied der Vahrner Schützenkompanie. Am Samstag, den 27. Jänner überbrachten schließlich der Obmann Paul Bacher und sein Stellvertreter Hubert Straudi vom Herz Jesu Notfonds den symbolischen Hilfsscheck in Höhe von 6.500,- Euro. Familie Mairhofer freute sich sehr und bedankte sich herzlich für die Hilfe.

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